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Das biologische Mineralsubstrat mit der Kennzeichnung Rapid Rot fördert die Holzverrottung, insbesondere die Sargholzverrottung.


1. Aufgabenstellung

Auf vielen Friedhöfen finden Erdbestattungen seit Jahrhunderten statt. Unter optimalen Standortbedingungenkann damit gerechnet werden, dass die Autolyse des Leichnams und des Sargholzes nach 10 Jahren abgeschlossen ist. Ungünstige Bodenverhältnisse verlängern die Ruhezeiten bei Erdbestattungen erheblich.

Untersuchungen haben gezeigt, dass beispielsweise in circa 35% der Kommunen Baden-Württembergs übliche Ruhezeiten (20 - 25 Jahre) nicht eingehalten werden können. Eine geringe Luft- und Wasserdurchlässigkeit der Böden, häufig in Verbindung mit Grund-, Hang-, Stau- oder Haftwasser ist dafür verantwortlich, dass ein Standort wenig oder gar nicht für Erdbestattungen geeignet ist. Standorte, an denen die Verrottungsprozesse des Leichnams und des Sarges selbst innerhalb längerer Zeiträume (25 bis mehr als 30 Jahre) nur unzureichend oder überhaupt nicht vollzogen werden, zeichnen sich häufig durch Böden mit einem hohen bis sehr hohen Tongehalt (Pseudogley) und eine hohe Wasserspeicherkapazität aus.

Es gibt empirische Hinweise, dass Friedhofsböden nach Mehrfachbelegung die Tendenz zur Verwesungsmüdigkeit haben können. Ein Grund hierfür dürfte der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allgemein gestiegene Lebensstandard sein, der sich auch im Anstieg des Marktanteils von hochwertigen Eichensärgen widerspiegelt. Eichenholz besitzt gegenüber Nadelholz eine andere Ligninkomposition sowie einen hohen Gerbstoffgehalt und damit eine deutlich höhere natürliche Dauerhaftigkeit im Boden. Hinzu kommt die höhere Stabilität von Eichensärgen, die ein frühzeitiges Einbrechen des Sargkörpers verhindert. Ein Vordringen der Leicheninsekten in den Zersetzungsraum wird dadurch unterbunden. Deshalb kann bei Bestattungen in Eichenoder anderen Laubholzsärgen eine Verlängerung der Zersetzungszeit nicht ausgeschlossen werden.

Aus mykologischer Sicht führen auch die zweckorientierte Nutzung der Friedhöfe zu infektionshemmenden Bedingungen, welche die natürlichen Zersetzungsprozesse zusätzlich stark hemmen. Der hohe ästhetische Anspruch an das Erscheinungsbild der Gräber auf Friedhöfen hat neben dem Drang zum täglichen Giessen der Grabbepflanzung zur Folge, dass Totholz und andere organische Substanz (Äste, Streu, Blätter) regelmäßig beseitigt werden. Somit befindet sich in und auf Friedhofsböden häufig eine unzureichende Menge organischer Substanz, die in natürlichen Wäldern das Wachstum und Überdauern von holzzersetzenden Organismen erst ermöglicht. Zwangsläufig wird das Sargholz in Erdgräbern an problematischen Standorten nicht besiedelt und zersetzt, sondern konserviert. Die Beseitigung des Holzes nach Ablauf der Ruhezeit ist aufwendig und muss in Handarbeit erfolgen. Außerdem fallen zusätzliche Kosten für die Entsorgung des Holzes an.


2. Lösung

Verschiedene Forschungsansätze bemühen sich vorrangig um eine Beschleunigung der Autolyse des Leichnams. Ziel dieser Überlegungen ist es, die Entstehung von so genann-ten Wachsleichen zu vermeiden und somit zusätzliche Kosten nach Abschluss der übli-chen Ruhezeiten durch eine Feuerbestattung zu vermeiden. Bei diesen Ansätzen kom-men vor allem Bakterien zum Einsatz, die aber nicht das Potential besitzen, Holz in gro-ßem Umfang abzubauen.

Dem Mineralsubstrat Rapid Rot liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine beschleunigte Zersetzung des Holzes zu ermöglichen. Untersuchungen haben gezeigt, dass das von Pilzen durchwachsene Mineralgestein, welches von Prof. Francis Schwarze entwicklet worden ist, diese Aufgabe erfüllt (vgl. div. Presseartikel).


3. Anwendung

Bei der Anwendung des Substrats zur Holzverrottung wird der Starter-Kit Rapid Rot mit dem zu verrottenden Holz in unmittelbaren Kontakt gebracht. Die mikroklimatischen Be-dingungen innerhalb des Starter-Kits ermöglichen ein Überdauern der holzzersetzenden Pilze, fördern das Wachstum während der Initialinfektion des zu verrottenden Holzes und verringern die Gefahr einer Verunreinigung durch natürliche Gegenspieler.

Das Substrat lässt sich besonders vorteilhaft zur Beschleunigung der Sargholzverrottung einsetzen, wobei das Substrat beispielsweise vor der Bestattung auf dem Boden des Grabes ausgebracht wird und der Sarg nach der Bestattung in unmittelbaren Kontakt mit dem Substrat steht. Alternativ können aber auch ein oder mehrere Starter-Kits am Sarg im Bereich seines Deckels, Bodens und/oder der Seiten angebracht werden, um die Zer-setzung zu beschleunigen.